Lob von allen Seiten für das neue Gemeinschaftshaus in Oberellenbach

- Festansprache von Bürgermeister Wellenhofer – Überraschung durch Amt in Landau -
Oberellenbach (al) Ein großer Tag war der vergangene Samstag für die Ortschaft Oberellenbach.
Nach einem längeren Prozess, bei dem oftmals viel Geduld notwendig war, konnte man endlich die Einweihung des neuen Gemeinschaftshauses sowie die Fertigstellung des gesamten Umfeldes samt Spielplatz und Brunnen feiern. Eine Vielzahl von Ehrengästen erwies den Oberellenbachern ihre Referenz. Sie betonten in ihren Grußworten die Wichtigkeit des Instrumentariums „Dorferneuerung".
Die gut aufgelegten jungen Musiker der neuen Formation „Blechschinda" aus Niederlindhart eröffneten mit einem schmissigen Marsch kurz nach 16 Uhr den Festakt im Saal des neuen Gemeinschaftshauses.
1. Bürgermeister Karl Wellenhofer stellte in seiner Ansprache fest, dass jetzt der erste Abschnitt der Dorferneuerung Oberellenbach fertig sei und man dies in einem etwas kleineren Rahmen feiern möchte. Wenn alle Projekte einmal fertiggestellt sind, wird man das gesamte Dorf zu einer großen Feier einladen. Nach den Begrüßungsworten ging er auf die Entstehungsgeschichte und den Verlauf der Oberellenbacher Dorferneuerung ein. Er sagte dabei: „Ein Dorf braucht attraktive Lebens- und Wohnverhältnisse, damit vor allem die jungen Leute in ihrer Heimat bleiben, sich dort alt und jung gerne treffen und sich dort auch wohlfühlen". Die großen Städte und Orte bieten lukrative Arbeitsplätze und vielseitige Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten und daher ist es wichtig, den ländlichen Raum nachhaltig zu fördern und zu entwickeln. Zehn Jahre hat es in Oberellenbach gedauert, bis man das Gemeinschaftshaus mit Umfeld als erstes Maßnahme jetzt einweihen kann. 1. Bürgermeister Wellenhofer ging auf die Anfangsphase ein, als man die einzelnen Anregungen und Ideen aus dem Ort sammelte. Bald schon zeichnete sich ab, dass man die Dorfmitte aufwerten will und einen zusätzlichen Raum für die Vereine braucht.


Viele Sitzungen notwendig
Die Bildung eines Arbeitskreises und die Vergabe der Planungsarbeiten an das Büro MKS waren zwei wichtige Schritte. Groß war die Enttäuschung, als man 2016 im ersten ELER-Verfahren mit dem Gemeinschaftshaus scheiterte. Der zweite Anlauf war jedoch von Erfolg gekrönt. Im Herbst 2017 konnte man schließlich mit den Bauarbeiten für das Gemeinschaftshaus beginnen und Bürgermeister Wellenhofer zeigte sich froh darüber, dass fast alle Firmen aus Mallersdorf-Pfaffenberg oder der Umgebung stammten. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 820.000 Euro belaufen. Dafür erhält man eine Förderung von rund 275.000 Euro. An die Vertreter des Amtes für Ländliche ‚Entwicklung gewandt meinte der Bürgermeister: „Ich hoffe, dass wir für die anderen Maßnahmen schon einen höheren Zuschuss erhalten". Am Ende dankte Wellenhofer allen, die am Gelingen dieses ersten Projektes mitgearbeitet haben. Mit einer Schweigeminute gedachte man zudem Hermann Beck, dem Initiator der neuen Brunnenanlage. Nach dem „Kaiserjägermarsch" übernahmen Pater Michael Raj und Pfarrer Jörg Gemkow die kirchliche Segnung. In seiner kleinen Ansprache sagte Pfarrer Gemkow u.a., dass auf dem Land mehr Leben und und Gemeinschaftsgeist zuhause ist wie in den Städten.
Bauoberrat und Sachgebietsleiter Peter Aigner vom Amt für Ländliche Entwicklung attestierte dem Markt, dass er zum richtigen Zeitpunkt das „Pferd auf der richtigen Seite aufgezäumt hat" und bescheinigte einen guten Eindruck, den man vom neuen Gemeinschaftshaus hat, wenn man nach Oberellenbach reinfährt. Bauoberrat Aigner zeigte sich zuversichtlich, dass bei den noch ausstehenden Projekten der Zuschuss höher ausfallen wird.


Kiste mit Kinderbüchern
Zusammen mit Baudirektorin a.D. Cornelia Reiff hatte er für den Bürgermeister eine Überraschung parat, nämlich eine Kiste mit 35 Kinderbüchern, damit der neue Saal künftig auch von Kindern mit ihren Eltern genutzt wird.
Landschaftsarchitekt Thomas Althammer gratulierte zur Einweihung und gab die Gedanken des planenden Büros seit der ersten Ortsbegehung 2013 wider. Er betonte, dass es für die Dorferneuerung kein Allgemeinrezept gibt. Man muss sich auf jedes Dorf neu einlassen, betonte Althammer, der zudem von einem „herrlichen Angebot" sprach, die Lebensqualität zu erhalten. „Wir hoffen, dass wir eine Dorfmitte geschaffen haben, die Sie stolz macht" sagte Landschaftsarchitekt Althammer dankte am Ende. Als Erinnerung an die Einweihung überreichte er an Marktgemeinderat (MGR) Thomas Stadler und 1. Bürgermeister Wellenhofer ein handgefertigtes Mosaik-Kreuz aus Glas.
Bildhauer Alfred Kainz stellte anschließend sein Werk mit dem hl. Achatius als Mittelpunkt vor. Dr. Heidi Beck von der Beck-Stiftung freute sich über den neuen Achatius-Brunnen und sagte, dass ihr verstorbener Mann Hermann den Entwurf noch gesehen hat. Über diesen neuen Brunnen wird separat berichtet.


Glanzpunkt der Landtagsarbeit
MdL Josef Zellmeier sprach vom Dorfgemeinschaftshaus als wichtige Einrichtung. Im ländlichen Raum ist die Stärke Bayerns daheim. Eine Dorferneuerung, so Abgeordneter Zellmeier, ist nicht nur eine bauliche Erneuerung, sondern auch ein Gemeinschaftserlebnis. Das staatliche Dorferneuerungsprogramm bezeichnete der MdL zudem als „Glanzpunkt der Arbeit des Bayerischen Landtags".
Auch Landrat Josef Laumer würdigte die Arbeit in Oberellenbach, bei der viele mitgeholfen haben. Es wurde ein Gemeinschaftshaus von Vielen geschaffen, und zwar für die gesamte Dorfgemeinschaft. Sowohl Zellmeier, als auch der Landrat überreichten einen Erinnerungsteller.
Der Oberellenbacher Marktgemeinderat Thomas Stadler sprach das passende Schlusswort. Er betonte, dass die Dorferneuerung für Oberellenbach eine absolute Bereicherung ist. „Wir dürfen uns glücklich schätzen wegen dieser neuen Dorfmitte" sagte er.
Marktrat Stadler dankte allen, die an der Realisierung mitgewirkt haben. Sein Dank richtete sich zudem auch an die Damenwelt. Diese 8 Teams mit jeweils zwei Frauen reinigen seit 40 Jahren das Schützenheim. Sie werden dies auch beim Gemeinschaftshaus zuverlässig erledigen. In seiner Rede vergaß er auch nicht das verstorbene Arbeitskreismitglied Ludwig Ramsauer posthum zu ehren. Mit den nachdenklichen Worten „Ich hoffe, dass die Dorfgemeinschaft gestärkt aus der Dorferneuerung herausgeht" schloss er seine Ausführungen, während der er ebenfalls allen Beteiligten dankte.
Ein Rundgang durch die neue Ortsmitte rundete den offiziellen Teil ab und die politische Prominenz versuchte sich mit unterschiedlichem Erfolg an den neuen spannenden, zum Teil abenteuerreichen Spielplatzgeräten.